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Die Masterarbeit: Vergabe von Abschlussarbeiten als Instrument im Employer Branding

Employer Branding now Blog - Die Masterarbeit: Vergabe von Abschlussarbeiten als Instrument im Employer Branding

Arbeitgeber müssen frühzeitig Kontakte zu potentiellen Mitarbeitern herstellen. Im Hochschulbereich bieten sich unterschiedliche Möglichkeiten. Eine neue Plattform will den Kontakt vereinfachen. Arbeitgeber können Studenten Themen für Abschlussarbeiten anbieten und so den Austausch anregen.

Wie die Idee entstanden ist und wie eine Zusammenarbeit im Hochschulmarketing gestaltet sein muss erläutert Niels Reinhard, Mitgründer der Plattform "Die Masterarbeit", im Interview mit Employer Branding now.


Herr Reinhard, wie sind Sie auf die Idee zur Plattform „Die Bachelor-/Masterarbeit" gekommen?

Ich habe vor einigen Monaten selbst ein Thema für meine Abschlussarbeit gesucht und habe dabei bemerkt, wie schwierig es ist, einen guten Überblick über spannende Themen im Fachgebiet zu bekommen. Die Suche wird dann noch komplexer, wenn man die Abschlussarbeit in Kooperation mit einem Unternehmen schreiben möchte. Ich wollte beispielsweise ein betriebswirtschaftliches Thema mit Russland-Fokus bearbeiten, wusste aber nicht, welche Firmen dies potentiell auch gerade interessant finden.

So entstand die Idee für das Projekt „Die Bachelor-/Masterarbeit". Wir haben mehr als 1.300 Themenvorschläge von Unternehmen aus ganz Deutschland auf unser Plattform gesammelt. So bekommt man als Studierender einen guten Überblick über praxisrelevante Themen und kann gleichzeitig auch die Firmen entdecken, die sich aktuell ebenfalls mit dieser Forschungsfrage beschäftigen.

Wie profitieren die Arbeitgeber von der Plattform?

Auf unserer Plattform können Unternehmen ihre Themenvorschläge den Studierenden, die sich auf der Themensuche für ihre Abschlussarbeit befinden, präsentieren. Das Attraktive dabei: Zunächst steht lediglich das Thema im Vordergrund. Das heißt konkret: Im Gegensatz zu herkömmlichen Stellenportalen ermöglichen wir Studierenden, über Themen auf Unternehmen aufmerksam zu werden. Unternehmen, die also sehr forschungsintensiv sind und an innovativen Themen arbeiten, können diese bei uns als gezieltes Aushängeschild gegenüber Studierenden benutzen. Das sind meist angehende Ingenieure oder Informatiker. Arbeitgeber können ihre Themen also als strategischen Teil des Employer Brandings einsetzen, um talentierte Nachwuchskräfte über Inhalte anzusprechen.

Welche Bedeutung hat diese direkte Zusammenarbeit für das Recruiting?

Arbeitgeber, die Themen für Abschlussarbeiten ausschreiben, können insbesondere Studierende aus den ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen gezielt ansprechen. Forschung macht attraktiv: Kleine und mittelständische Unternehmen, die nicht über ein großes Marketing-Budget verfügen, können durch ihre Themen trotzdem hochqualifizierte Studierende auf sich aufmerksam machen. Die Ansprache von Studierenden über Inhalte stellt aus Unternehmenssicht einen ganz neuen Ansatz da. Dies erfordert mittelfristig eine deutlich stärkere Einbindung der Fachabteilungen in die Arbeit der Personalabteilung, sodass spannende Themen stets zur Ausschreibung kommen.

Doch nicht nur in der Ansprache von Studierenden eröffnen sich Möglichkeiten. Dadurch, dass der Studierende die Abschlussarbeit im Unternehmen schreibt, lernen sich beide Seiten intensiver als bei einem bloßen Praktikum kennen. Der Studierende agiert quasi als externer Projektmanager, der sowohl mit dem Unternehmen als auch mit seiner Hochschule im stetigen Austausch steht. Und das für meist sechs Monate. Ausreichend Zeit also, um sich gegenseitig voneinander zu überzeugen.

Welche Voraussetzungen muss ein Unternehmen schaffen, damit die Abschlussarbeit für beide Seiten Mehrwert bietet?

Unternehmen sollten den Studierenden vor allen Dingen die nötige Unabhängigkeit bei der Bearbeitung des Themas lassen. Eine zu starke Einbindung in das Tagesgeschäft sollte vermieden werden. Auch wenn Unternehmen oft gerne ein konkretes Problem gelöst haben wollen, ist der wissenschaftliche Prozess in seiner Natur ergebnisoffen. Eine gewisse Flexibilität sollte deshalb mitgebracht werden und der Studierende nicht nur als Arbeitskraft begriffen werden.

Gleichzeitig können Arbeitgeber natürlich durch eine gute Betreuung und regelmäßigen Austausch stark beeinflussen, dass die Abschlussarbeit für den Studierenden ein Erfolg wird. Unternehmen, die sich um eine gute Betreuung kümmern, profitieren gleich doppelt: Sie erhöhen die Qualität der Abschlussarbeit und tragen aktiv dazu bei, dass der Studierende einen guten Eindruck vom potentiellen zukünftigen Arbeitgeber bekommt.

Gibt es Unterschiede zwischen den wissenschaftlichen Disziplinen? Wo bieten sich Abschlussarbeiten besonders an?

Themen für Abschlussarbeiten werden meistens in den Ingenieurwissenschaften, der Informatik und den Wirtschaftswissenschaften angeboten. Allerdings gibt es auch immer wieder Angebote, die auf Studierende der Psychologie und der Sozialwissenschaften abzielen. In den technischen Disziplinen ist der Zugang zu Maschinen und Technologie oft sehr wichtig – und dies kann natürlich ideal von Unternehmen bereitgestellt werden.

Grundsätzlich bietet sich eine externe Abschlussarbeit immer dann an, wenn ein konkret abgrenzbares Problem unternehmensintern existiert und eine wissenschaftliche Herangehensweise neue Erkenntnisse verspricht. Das muss nicht nur in den technischen Fächern der Fall sein, sondern ist auch in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften attraktiv. Der Vorteil hier: Oft müssen die Studierenden nicht ihren Ort wechseln, sondern können vom Studienort aus agieren. So sind externe Abschlussarbeiten eine gute Möglichkeit um Ideenmanagement und Recruiting gewinnbringend zu kombinieren.

Herr Reinhard, vielen Dank für das Interview!


Über "Die Masterarbeit":
Das Projekt "Die Bachelor-/Masterarbeit" wurde im Mai 2015 von Leon Näsemann, Steffen Bünau und Niels Reinhard an der Universität Potsdam gegründet und hat es sich als Ziel gesetzt, Studierende und Unternehmen über Themen für Abschlussarbeiten zusammenzubringen. Aktuell sind mehr als 1.300 Themenvorschläge von Unternehmen auf der Plattform gelistet. Weitere Infos unter www.die-masterarbeit.de.


Autor: Nicolas Scheidtweiler / Google+
Foto: Niels Reinhard / "Die Masterarbeit"



 

 

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