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Wie geht Diversity Management? Interview mit Clarissa-Diana Wilke.

Employer Branding now Blog - Interview mit Clarissa-Diana Wilke

Diversity Management ist ein bisher wenig beachteter Zweig des Employer Branding. Dabei bieten sich gerade hier gute Chancen für Unternehmen, dem drohenden Nachwuchskräftemangel zu begegnen. Dazu sind jedoch fundamentale Entscheidungen im Unternehmen notwendig.

Clarissa-Diana Wilke legt ihren Fokus auf das Diversity Management. Wir freuen uns, dass sie sich Zeit für ein paar Antworten genommen hat.



Frau Wilke, Sie haben sich auf das Diversity Management spezialisiert. Warum?

Überall zeigt sich, wie groß der Handlungsbedarf in Bezug auf das Thema Frauen in deutschen Unternehmen ist. Häufig sind es gerade hochmotivierte und gut ausgebildete Frauen, die sich – meist nach dem ersten Kind – über eine abflachende Lernkurve im Job wundern müssen. Mangelnde Wertschätzung, Kommunikationsdefizite und chronische Unterforderung am Arbeitsplatz sind weitere Faktoren, die häufig ins berufliche Abseits führen.

Mit Women's Boardway möchte ich zu einem nachhaltigen Wertewandel in der Unternehmenskultur beitragen. Es geht mir darum, Frauen darin zu bestärken, sich ihrer Potenziale bewusst zu werden, ihre Überzeugungen mutig zu vertreten und in ihrer beruflichen Identität sichtbar zu sein. Wir brauchen weibliche Role Models, das heißt Vorbilder, an denen sich Frauen auf dem Weg nach oben orientieren können.

Insbesondere Frauen halten Sie für eine wertvolle Ressource für Unternehmen. Welche Herausforderungen sehen Sie dort?

Frauen und Männer sind natürlich gleichermaßen wertvoll. Idealerweise bringen Vertreter beider Geschlechter ihr Potenzial individuell ein und wirken in gemischten Teams konstruktiv zusammen. Davon profitieren dann auch die Unternehmen.

In den nächsten 15 Jahren wird die Erwerbstätigenquote in Deutschland voraussichtlich um 6,5 Millionen sinken. Um dem drohenden Mangel an Fachkräftepotenzial zu begegnen, muss in eine adäquate Erwerbsintegration von Frauen investiert werden.

Nicht nur bei Müttern, auch bei den Vätern wächst zudem der Wunsch nach gelebter Vereinbarkeitskultur. Mehr Familienfreundlichkeit in mittelständischen Unternehmen stellt somit eine weitere zentrale Herausforderung dar.

Neben einer weiteren Anpassung der juristischen Rahmenbedingungen durch die Politik, sind Unternehmen gefordert, tradierte Rollenbilder und neo-patriachale Strukturen aufzuweichen und diese im Sinne der Chancengerechtigkeit gestaltungsoffen zu machen, sofern sie kompetente Beschäftigte langfristig binden und wettbewerbsfähig bleiben wollen.

Was können Unternehmen tun, um die Potentiale weiblicher Mitarbeiter noch stärker zu nutzen?

Klar, es muss nicht immer gleich eine Betriebskita her. Mehr Flexibilitätsspielräume in der Arbeitszeitgestaltung und der Wahl des Arbeitsortes sind weitere wichtige Pluspunkte für die effiziente Auslastung vorhandener Kapazitäten. Personalentwicklung ist eine Kommunikationsaufgabe – und Personal weitaus mehr als Humankapital. Führungskräfte stehen hier besonders in der Verantwortung.

Eine gute Führungskraft besitzt Rückgrat und Empathie. In ihrer Eigenschaft als Vorbild und Vertrauensperson ist sie in der Lage, die individuellen Stärken der (weiblichen) Beschäftigten zu erkennen und – auch während und im Anschluss an Erwerbspausen – entsprechend zu fördern. Führung in alternativen Arbeitszeitmodellen (Jobsharing) ist in Familienzeiten ebenso sinnvoll wie Fortbildungsangebote und Einarbeitungsprogramme während einer Elternzeitphase.

Psychodynamisches Coaching kann Unterstützung bei der Bewusstmachung von negativen Übertragungen und inneren Widerständen gerade bei Frauen leisten. Mentoring ist eine sinnvolle Ergänzung für die berufliche wie persönliche Weiterentwicklung.

Wie gehen Sie bei der Einführung eines zielgerichteten Diversity Management in Unternehmen vor?

Wir arbeiten diskursorientiert, etwa mit Instrumenten der Personal- und Organisationsentwicklung sowie der Unternehmenskommunikation. Die Beratung von der Ist-Analyse bis zur Umsetzung des Strategiekonzepts folgt einem mehrstufigen Modell, das sich an den jeweiligen Unternehmensbedarfen ausrichtet.

Die nachhaltige Implementierung von Managing Gender Maßnahmen im Unternehmen kann letztlich nur gelingen, wenn diese auf oberster Führungsebene initiiert, kommuniziert und top-down umgesetzt werden. Deshalb fokussieren wir uns auf das Management, dem wir qualifizierte Strategien an die Hand geben. Daneben beraten wir Frauen in Führungspositionen sowie jene, die eine solche Position anstreben und verschaffen sensiblen Zugang zu einem breit abgestützten Netzwerk.

Frau Wilke, vielen Dank für das Gespräch.



Im Anschluss an ihr Studium der Literaturwissenschaft, Pädagogik und romanischen Philologie entschied sich Clarissa-Diana Wilke für eine Laufbahn in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Es folgten Stationen als Projekt- und Kommunikationsmanagerin bei einem Beratungsunternehmen für Film und interaktive Medien, als Marketingverantwortliche eines deutsch-russischen Filmfestivals sowie als Mitgründerin einer filmpolitischen Plattform für internationale Koproduktionen. Der Wechsel in die PR gelang als Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der FFA Filmförderungsanstalt, woran sich die Position der Referentin bei der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG) anschloss. Zuletzt verantwortete sie als Leiterin der Prüfungs- und Zertifizierungsorganisation der deutschen Kommunikationswirtschaft (PZOK) den Neuaufbau des Prüfungsgeschäfts.

2013 stieg Clarissa-Diana Wilke in die Gründerszene Berlins ein. Mit Women's Boardway bietet sie berufstätigen Frauen pointierte Beratung in Fragen der Laufbahnentwicklung. Unternehmen und Organisationen begleitet sie als Konzepterin und Strategin in der Organisations- und Personalentwicklung sowie im Talentmanagement.

Darüber hinaus engagiert sie sich in Organisationen und Communities für die beruflichen Interessen von Frauen, unter anderem im Berliner Vorstand der Business and Professional Women Germany (BPW).

Weitere Informationen zu Clarissa-Diana Wilke unter www.womensboardway.de.

 


Autor: Nicolas Scheidtweiler / Google+
Foto: Clarissa-Diana Wilke


 

 

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