Als Berater muss man seinen Kunden in bestimmten Aspekten der KI nicht immer technologisch voraus sein. Aber die Methoden vermitteln.
NICOLAS SCHEIDTWEILER
Senior-Berater und Inhaber
Derzeit habe ich vereinzelt Mandate, in denen Gesprächspartner so tief in der Verwendung von Künstlicher Intelligenz, auch schon Agenten und nicht nur LLM, stecken, dass ich oftmals nur den Hut ziehen kann.
Sie entwickeln großartige Prozesse und Workflows, nutzen Agenten für verschiedene Themenfelder und kombinieren die verschiedenen KI-Angebote und Plattformen. Und das sage ich nicht mit Häme: So entstehen großartige Kenntnisse und Fähigkeiten für die Umsetzung.
Aber wie erfolgt die Anbindung an die Organisation?
Nicht nur das „Was“, sondern vor allem das „Wozu“ und das „Wie“
Jedoch – und nun kommt der Berater ins Spiel – geht es nicht nur um das „Was kann die KI tun?“, sondern vorrangig um das „Wozu?“ und das „Wie?“.
Die Begeisterung, die ich bei meinen Kunden spüre, steckt auch mich an. Aber dann heißt es, durchzuatmen und zu prüfen, was das Ziel der Tools im Unternehmenskontext sein soll.
Das „Wozu“ bezieht sich auf das Zielbild der Nutzung für die Organisation. Welche Rolle sollen die Tools in Zukunft einnehmen? Welche Antworten will die Organisation auf Fragen der PESTEL-Analyse geben?
Der entscheidende Faktor ist die Art der Zusammenarbeit
Und dann folgt das „Wie“: In allen meinen Projekten – privat wie beruflich – habe ich die Erfahrung gemacht, dass oftmals gar nicht das „Wozu“ oder „Was“ für Erfolg und Zufriedenheit entscheidend ist, sondern die Art und Weise der Zusammenarbeit.
So kommen die Methoden ins Spiel.
Denn KI kennt nur die Methoden und das Wissen darüber, wie wir vorgehen, die wir ihr geben.
Ein evidentes Beispiel: Content Marketing
Ein evidentes Beispiel ist das Vorgehen im Content Marketing: Natürlich kann eine KI Themen im Netz finden und auch noch den passenden Blog-Artikel dazu schreiben.
Aber es wird nie so sein, als wenn wir als Mensch darauf schauen. In diesem Fall geht es um das Zusammenspiel der externen „globalen“ Trendfaktoren mit den unternehmensspezifischen aktuellen Themen.
Die dazugehörige Methodik nutze ich seit meiner Zeit als Offizier der Psychological Operations, um Relevanz zu erzeugen. Nur weil heute die KI dazu kommt, ändert sich nichts am Wert dieses Vorgehens.
Im Gegenteil: Dieses Vorgehen bleibt den bloßen KI-Ergebnissen überlegen.
Technologie erweitert Möglichkeiten, ersetzt aber nicht Bildung und Reflexion
Aber die Kombination unseres kristallinen Wissens und unserer Erfahrungen mit der Technologie erweitert die Möglichkeiten und steigert die Effizienz des eigenen Schaffens.
Notwendig bleibt es damit, von Kindesbeinen an eigene Bildung aufzubauen, um reflektieren zu können.
Denn die Tools helfen uns nur, wenn wir ihnen helfen.
Bildrechte: Canva


