Der Qualitätsimperativ: Wie KI neue KPI braucht, Lars Schatilow im Interview

KI ist überall Thema. Aber was ist mit der Wertschöpfung und der Evaluation?

Nicolas Scheidtweiler - Employer Branding now

NICOLAS SCHEIDTWEILER
Organisationsentwicklung und Führung

Tel. +49 421 639 350 29
nicolas@scheidtweiler-strategie.com

Ein Kurz-Interview mit Lars Schatilow (Zum Linkedin-Profil) über Wertschöpfung, KI und die Frage, wie Unternehmen Leistung künftig sinnvoll messen.

Die Zukunft Personal stand unter dem Leitmotiv „Team Human X AI“.

Dahinter liegt eine zentrale Managementfrage: Wenn künstliche Intelligenz Arbeit verändert, dann reicht es nicht, alte Kennzahlen auf neue Prozesse zu legen.

Unternehmen müssen neu bestimmen, was Leistung, Qualität und Wertschöpfung im Zusammenspiel von Mensch und KI bedeuten.

Herr Schatilow, wie verändert sich die Wertschöpfungsmessung in Unternehmen durch den Einsatz von KI?

Künstliche Intelligenz wird heute vielfach noch mit Methoden gemessen, mit denen früher industrielle Arbeit bewertet wurde. Diese Logik stammt aus einer Betriebswirtschaftslehre, in der KI als eigenständiger Produktivitätsfaktor noch keine Rolle spielte.

Genau hier beginnt der Perspektivwechsel: KI ermöglicht es, stärker die Qualitätsfrage zu stellen. Es geht nicht mehr nur darum, Aktenstapel abzuarbeiten, Vorgänge zu zählen oder Erreichbarkeitsziele in Telefonzentren zu erfüllen. Entscheidend wird, welchen tatsächlichen unternehmerischen Mehrwert Arbeit erzeugt.

Damit rücken qualitative KPIs in den Vordergrund: Welche Entscheidungen werden besser? Welche Prozesse werden wirksamer? Welche Analysen werden belastbarer? Und wie lässt sich Wertschöpfung jenseits reiner Mengenzählung sichtbar machen?

Den Artikel gibt es zum Anschauen und Anhören bei Youtube.

Geht es also stärker um Interpretation statt reine Datenproduktion?

Ja. KI kann Daten schneller aufbereiten, Muster sichtbar machen und Entscheidungsgrundlagen effizienter darstellen. Gerade in Bereichen wie Recruiting kann sie auch helfen, menschliche Verzerrungen zu reduzieren, sofern die Systeme reflektiert eingesetzt und sauber evaluiert werden.

Gleichzeitig entsteht dadurch kein Automatismus. Organisationen brauchen Kompetenzen, um Daten sinnvoll zu analysieren und Ergebnisse angemessen zu interpretieren. Beschäftigte benötigen Zeit zum Lernen, zur Einordnung und zur Arbeit mit neuen Themenfeldern.

Daraus entsteht ein zentraler Begriff: der Qualitätsimperativ in Organisationen.

KI ist nicht nur ein Effizienzwerkzeug. Sie fordert Unternehmen dazu auf, Leistung nicht allein schneller, sondern substanzieller, präziser und wirkungsorientierter zu verstehen.

Was bedeutet der Qualitätsimperativ für Organisationen?

Der Qualitätsimperativ beschreibt die Notwendigkeit, den Begriff von Leistung neu zu kalibrieren. Wer KI nur nutzt, um mehr Output in kürzerer Zeit zu erzeugen, bleibt im industriellen Denken verhaftet.

Der eigentliche Fortschritt liegt dort, wo Unternehmen qualitative Wertbeiträge sichtbar machen: bessere Entscheidungen, präzisere Analysen, weniger Verzerrung, höhere Lernfähigkeit und belastbarere Wirkung.

Damit ist KI keine rein technische Frage. Sie wird zur Führungs-, Organisations- und Kommunikationsaufgabe.

Lars Schatilow, vielen Dank für Ihre Antworten!

Bildrechte: eigenes

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