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Nicht nur eine Nische? Recruiting von ehemaligen Soldaten, Interview mit Stefan Geßner, Teil 1

Employer Branding now Blog - Interview mit Stefan Geßner

Zeitsoldaten verlassen die Bundeswehr nach einigen Jahren mit bestimmten Qualifikationen und Erfahrungen für die zivile Karriere. Diese ehemaligen SaZ mit potentiellen Arbeitgebern zusammenzubringen, ist das Ziel der Recruiting-Plattform dienstzeitende.de. Das um Team um Felix Klein und Stefan Geßner besetzt mehr als eine Nische, wie die Nachfrage zeigt.

Bereits seit 2009 unterstützt dienstzeitende.de Unternehmen bei der direkten Ansprache von (ehemaligen) Zeitsoldaten. Zunächst als Aus- und Weiterbildungsdatenbank für Soldaten auf Zeit gestartet, wurde die Karriereplattform für Zeitsoldaten im Internet letztes Jahr um die Möglichkeiten einer „klassischen" Stellenbörse erweitert. Erst vor wenigen Wochen folgte die Integration einer Bewerberdatenbank mit derzeit rund 1.000 aktuellen Kandidatenprofilen. Somit wird Arbeitgebern neben der Veröffentlichung von Stellenanzeigen auch die Chance geboten, direkten Kontakt mit passenden Bewerbern aus der Zielgruppe Bundeswehr aufzunehmen.

Wir freuen uns, dass Stefan Geßner, Geschäftsführer der Plattform, uns ein ausführliches Interview gegeben hat. In zwei Teilen geben wir es in unserem Blog wieder. In diesem ersten Teil geht es um die Bewerbergruppe der ehemaligen Zeitsoldaten (direkt zum 2. Teil).



Herr Geßner, was unterscheidet dienstzeitende.de von anderen Recruiting-Plattformen?

Es ist kein Geheimnis, dass der Arbeitsmarkt in vielen Branchen gerade bei den Fach- und Führungskräften recht leer gefegt ist. Daher wird es immer wichtiger, sich zusätzliche Nischen für das eigene Recruiting zu erschließen. Und genau an dieser Stelle kommen wir ins Spiel. Denn über Dienstzeitende.de erreichen Unternehmen eine völlig neue Zielgruppe - nämlich ehemalige Zeitsoldaten. Immerhin bilden die knapp 20.000 Soldaten auf Zeit, die jedes Jahr die Bundeswehr auf der Suche nach spannenden Arbeitgebern verlassen, einen nicht zu unterschätzenden Bewerberpool. Hier lassen sich noch passende Kandidaten finden, die auf den eingefahrenen Recruiting-Wegen immer schwerer zu erreichen sind.

Zudem bietet unsere Plattform ein innovatives Matching zwischen den Stellenanzeigen unserer Kunden und den beruflichen Qualifikationen unserer Nutzer. Dadurch werden Streuverluste minimiert sowie die Reichweite und die Präsenz als Arbeitgeber für Soldaten gesteigert. Vorausschauende Recruiter können diesen Vorteil nutzen, um sich frühzeitig in der Zielgruppe „Bundeswehr" zu positionieren. Ganz davon abgesehen bieten wir über unsere neue Bewerberdatenbank auch den direkten Zugriff auf die Lebensläufe von aktuell über 1.000 aktiven und ehemaligen Zeitsoldaten.

Was macht die Bewerbergruppe Soldaten so besonders für Arbeitgeber?

Beim Thema Zeitsoldaten denken manche Personalverantwortliche leider immer noch an „Kasernenhofton" und raubeinige Einzelkämpfer. Dabei sind diese Zeiten schon lange vorbei. Die Anforderungen gerade in den technischen Bereichen der Streitkräfte sind in den letzten Jahren enorm gestiegen, so dass fast alle Soldaten über erstklassige Berufsabschlüsse und oftmals über einschlägige Berufserfahrungen verfügen. Hinzu kommen wichtige „Soft Skills" wie Teamfähigkeit, Flexibilität oder Verantwortungsbewusstsein. Viele Soldaten bringen darüber hinaus ein hohes Maß an Führungserfahrung oder gute Englischkenntnisse mit. Ein weiterer großer Pluspunkt ist in diesem Zusammengang auch, dass die Zeitsoldaten wirklich wechselbereit und auf der Suche nach neuen Arbeitgebern sind. Sie schreiben keine Bewerbungen, um einfach mal ihren aktuellen „Marktwert" zu testen oder weitere Job-Optionen auszuloten.

Was viele Personaler zudem nicht wissen ist, dass Zeitsoldaten in Abhängigkeit ihrer früheren Dienstzeit in der Bundeswehr über ein umfangreiches finanzielles Förderpacket verfügen. So steht ihnen ein eigenes Bildungsbudget zur beruflichen Aus- und Weiterbildung zur Verfügung, das bis zu rund 21.000 Euro umfassen kann. Parallel dazu bekommen sie einen großen Teil des letzten Gehalts für bis zu drei Jahre weiterbezahlt. Zur Vorbereitung auf die neue Karriere werden diese Möglichkeiten von den Soldaten natürlich fleißig genutzt, um sich beruflich weiter zu qualifizieren und mit aktuellen Abschlüssen, Zertifikaten oder Zusatzqualifikationen zu überzeugen.

Wenn Sie diese Fördermittel erwähnen, wie wirkt sich das auf die konkrete Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und dem potentiellen Mitarbeiter aus?

Die können je nach Unternehmen einen echten Mehrwert bringen. Denn vielleicht noch fehlende Projektmanagement-Zertifikate, Zusatzqualifikationen oder Software- bzw. IT-Kenntnisse können in Absprache mit dem Bewerber gegebenenfalls noch aus dem Fördertopf des Bildungsbudgets bezahlt werden. Das spart auf jeden Fall Kosten und hat gleichzeitig den Vorteil, dass der neue Mitarbeiter die gewünschten Abschlüsse passgenau für die zu besetzende Stelle absolvieren kann. Auch spezielle Traineeprogramme lassen sich so recht einfach realisieren, weil die ehemaligen Zeitsoldaten noch eine ganze Zeitlang finanziell abgesichert sind. Dadurch können sie unter Umständen auch kleinere Abstriche beim Gehalt in Kauf nehmen. Das muss allerdings ganz offen mit dem Bewerber abgestimmt werden, da es sicherlich nicht für alle Soldaten in Frage kommt.

Weil fast alle Zeitsoldaten die tollen Fördermöglichkeiten nutzen, sind sie immer auch auf der Suche nach guten Ausbildungsstellen oder dualen Studienmöglichkeiten in spannenden Unternehmen. Über diesen kleinen „Umweg" lassen sich bei Bedarf zusätzliche Mitarbeiter gewinnen, die sich im Rahmen der Ausbildung gleich auf Herz und Nieren prüfen lassen. Letztlich können Soldaten auch hier durch Zuverlässigkeit, hohen Lernwillen und praktische Berufserfahrung punkten.

Welche Qualifikationen bringen die Bewerber Ihrer Plattform mit?

Bei den beruflichen Qualifikationen von Zeitsoldaten ist vom Friseur bis hin zum Luft- und Raumfahrtingenieur eigentlich alles dabei. Da für die Masse der Tätigkeiten innerhalb der Bundeswehr eine passende Ausbildung vorausgesetzt wird, bringen nahezu alle „unserer" Zeitsoldaten einen Berufsabschluss mit. Insbesondere im gewerblich-technischen Bereich, in der Logistik oder im Personalwesen verfügen sie neben den entsprechenden Berufs- und Studienabschlüssen oft auch über jahrelange Berufserfahrung. Ebenso ist es im Gesundheits- und Pflegebereich sowie bei bestimmten IT-Funktionen. Auch dort können Personalverantwortliche beruhigt einen Blick in Richtung Bundeswehr werfen. Aber natürlich stellen Soldaten nicht in allen Berufsbranchen eine sinnvolle Recruiting-Alternative dar. Ich denke da zum Beispiel an Juristen, Bilanzbuchhalter, Software-Entwickler oder Konstruktionsingenieure, die über eine mehrjährige qualifizierte Berufserfahrung verfügen müssen. Hier mag es zwar durchaus eine kleine Handvoll passender Soldaten geben, doch sind die sicherlich nicht repräsentativ.

Herr Geßner, vielen Dank für den ersten Teil unseres Gesprächs!

Zum 2. Teil.


Weitere Infos auf www.dienstzeitende.de.


Autor: Nicolas Scheidtweiler / Google+
Foto: Stefan Geßner, DZE GmbH



 

 

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