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Internationales Fachkräftepotenzial: Deutsche Unternehmen verpassen Chancen im Recruiting

  • Autor:  Maike Hohnhorst

Employer Branding now Blog - Internationales Fachkraeftepotenzial

Thomes L. Friedman hat in seinem gleichnamigen Buch gesagt: „The world is flat.“ Es gibt Fachkräfte an jeder Ecke der Welt, es muss nur danach gesucht werden. Und genau darin besteht offenbar für viele deutsche Unternehmen das Problem. Oftmals liegen diesen zu wenige Informationen über die rechtlichen Bestimmungen und Richtlinien vor und gerade kleine mittelständische Unternehmen trauen sich an das Abenteuer ran. Es wird wichtiges Fachkräftepotenzial verschwendet.

Genau an dieser Stelle sehen das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und die Bundesagentur für Arbeit Handlungsbedarf. Sie haben das Potenzial in den Entwicklungs- und Schwellenländern erkannt und versuchen dies nun auch an die Unternehmen weiter zu leiten. Um den Prozess für die Arbeitgeber, aber auch für die Fachkräfte, so einfach und attraktiv wie möglich zu gestalten, bieten verschiedene Organisationen und Institutionen Programme an.

Triple Win für die Pflege-Branche

Ein Beispiel ist das „Triple Win“ der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV) und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Es legt den Fokus auf die Rekrutierung von Fachkräften für den Pflegedienst, aus Ländern wie Serbien, Bosnien-Herzegowina, den Philippinen und Tunesien. Ziel ist es, rund 20.000 neue Mitarbeiter für den deutschen Pflegedienst zu gewinnen. Dabei hilft das Programm den ausgewählten Fachkräften sich sowohl beruflich als auch sprachlich auf den Auslandsaufenthalt vorzubereiten. Zusätzlich hilft es den Fachkräften bei der Beantragung wichtiger Dokumente und bietet ihnen zudem die Chance, dass aus ihnen vorerst befristeten Verträgen, Festverträge werden.

Make-it in MINT

Die Make-it-Initiative wird ebenfalls von GIZ und ZAV unterstützt, Auftraggeber sind das BMWi und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Die Make-it-Initiative orientiert sich in Richtung Fernost und hilft bei der Rekrutierung von Fachkräften. Diese arbeiten hauptsächlich in mathematisch-technischen Berufen und stammen aus Indien, Vietnam und Indonesien. Die Leistungen der Initiative sind kostenlos und bieten den Fachkräften eine Kontaktherstellung zwischen Unternehmen und Bewerber. Sie helfen bei Ausreisevorbereitung, bei der Beratung von rechtlichen Regelungen und der Integration in Deutschland.

Blaue Karte für Akademiker

Auch die Europäische Union hat neue gesetzliche Möglichkeiten geschaffen. Mit der Blauen Karte EU, können Fachkräfte von außerhalb Europas sich in europäischen Unternehmen bewerben und arbeiten. Die Voraussetzungen hierfür sind ein abgeschlossenes Hochschulstudium und der Nachweis eines verbindlichen Arbeitsvertrages eines deutschen Arbeitgebers. Die Aufenthaltsgenehmigungen sind zu Begin befristet, können aber, je nach Sprachkenntnissen, nach 21 bis 33 Monaten in eine dauerhafte Niederlassungserlaubnis geändert werden.

Alumni-Portal Deutschland

Einen etwas anderen Ansatz bietet das Alumni-Portal Deutschland. Hinter dem Alumniportal Deutschland stehen die Alexander von Humboldt-Stiftung, das Centrum für Internationale Migration und Entwicklung (CIM), der Deutsche Akademischen Austauschdiensts (DAAD), das Goethe-Instituts sowie die GIZ. Finanziert wird das Projekt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und unterstützt vom Auswärtigen Amt. Das Portal ermöglicht den Zugang zu Fachkräften, die in Deutschland studiert oder eine Aus- oder Weiterbildung absolviert haben. Die Fachkräfte sind besonders für international tätige deutsche Unternehmen interessant. Die Bewerber verfügen über sehr gute Englisch- und Deutschkenntnisse und wurden zudem nach deutschem Bildungsstandard ausgebildet. Das Alumni-Portal Deutschland dient auch dem Netzwerken zwischen den internationalen Absolventen.

Charta der Vielfalt zeigt Potenziale

Dass diese Programme dringend benötigt werden, zeigt das Dossier der Charta der Vielfalt e.V., einer Unternehmensinitiative zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen und Institutionen, dem Diversity Management. Die Zusammenstellung von Beiträgen von Autoren aus Wirtschaft, Politik Verwaltung, Wissenschaft und Verbänden zeigt, dass...

  • 75 Prozent der ausländischen Studenten an Deutschen Einrichtungen gerne nach ihrem Studium in Deutschland bleiben würden.
  • nur jeder Dritte bleibt, da sie nicht schnell genug Arbeit finden oder sich in Deutschland nicht willkommen fühlen.
  • 70 Prozent der ausländischen Akademiker auf Arbeitsplätzen beschäftigt werden, für die sie überqualifiziert sind.

Deutschlands Unternehmen fehlt der Mut

Außerdem ist festzuhalten, dass Deutschland zu den Ländern mit den weltweit geringsten Hürden für ausländische Fachkräfte gibt. Trotz dieser gesetzlichen Begünstigungen, ist Deutschland eines der Länder mit der geringsten Arbeitsmigration. Denn besonders für Unternehmen einer kleineren oder mittleren Größe, ist die Suche nach internationalen Fachkräften viel zu kompliziert. Die Unternehmen kennen die Rahmenbedingungen und Gesetze nicht gut genug. Außerdem scheuen sich viele vor der mit der Einstellung von internationalen Fachkräften einhergehende benötigte Umstrukturierung.

Denn um ein geeignetes und attraktives Arbeitsklima für internationale Fachkräfte zu schaffen, muss eine harmonische, kommunikative und wertschätzende Willkommensstruktur in den Unternehmen vorhanden sein. Mit Hilfe der Organisationen und gebotenen Programme, können alle Unternehmen ob groß oder klein, sich der neuen Challenge „Fachkräftepotenzial aus dem Ausland nutzen“ stellen und neue Perspektiven für das Unternehmen aufzeigen.  

 


Autor: Maike Hohnhorst
Bild: Alexander Klaus / pixelio
Quelle: Magazin der Handelskammer Bremen

 

 

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