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Nicolas Scheidtweiler

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Generation Z - Employer Branding Wiki

Employer Branding Glossar: Generation Z

Die Mitglieder der Generation Z sind technologisch durch die digitale Revolution, politisch durch die deutsche Einheit und eine neue geopolitische Instabilität geprägt. Da es sich hierbei um fortlaufende Prozesse handelt, ist eine genaue Datierung schwierig.

Die Modelle zur Zusammenfassung der Generation gehen von einem Geburtszeitraum zwischen 1995 und 2012 als Beginn aus. Sie sind Nachfolger der Generation Y und Vorgänger der Generation Alpha.

Im Gegensatz zur Generation Y gibt es noch wenig Befunde zu dieser Kohorte am Arbeitsmarkt. Erste Ansätze zeigen die digitale Vernetzung zu anderen und die erhöhte Bereitschaft der Einforderung von Rechten.

Digital Natives als Informationsmanager

Als Digital Natives wuchsen sie mit Internet, Smartphone, Computer und MP3-Player auf. Neben die analoge Sozialisation trat eine digital geformte Realität. Während die Generation Y mit einem Geburtsdatum ab 1980 die Elemente der Digitalisierung erst allmählich in ihren Alltag integrierte, sind die Millennials quasi mit Geburt mit dem Einfluss digitaler Endgeräte konfrontiert und nutzen diese eher intuitiv. Zu Beginn SMS, soziale Netzwerke und Chats stehen für einen tiefgreifenden Wandel von Kommunikation, sozialen Beziehungen und Selbstdefinition.

Allerdings bezeichnet der Begriff auch eine zunehmende Spaltung der Gesellschaft. Im eigentlichen Sinn umfasst die Generationsbezeichnung den Teil der jungen Menschen, die Zugang zu einer höheren Bildung haben und über gesicherte soziale Konstellationen verfügen. Das gilt auch schon für die medial präsente Generation Y. Ausgeschlossen vom Mentalitätswandel bleiben die Verlierer der Digitalisierung in prekären sozialen Verhältnissen.

Unterschiede von Generation Z und Generation Y

Während die Generation Y sich vor allem über die Themenbereiche Selbstverwirklichung und Konsum definierte und dabei einer vornehmlich egozentrische Weltsicht verpflichtet war, stellt für ihre Nachfolgegeneration das Thema der Vernetzung und Interaktion eine zentrale Kategorie dar. Die 30- bis 40-Jährigen sehen sich in einem Prozess der Selbstoptimierung und definieren sich als Lebensprojekt. Ihre berufliche Bindung an Unternehmen ist eher gering ausgeprägt und ihre Berufsbiografie durch häufige Wechsel der Positionen und Aufgabenbereiche gekennzeichnet, was Employer Branding zur existenziellen Herausforderung für Unternehmen macht.

Die Millennials stellen in vielem eine Extremvariante der Vorläufergeneration dar. Das Leben definiert sich nach Lebensabschnitten und außer der engeren Familie werden bestenfalls Kurzzeitbindungen eingegangen. Dabei haben traditionelle Werte wie Familie die frühere Karriereorientierung abgelöst. Ihr Verhältnis zur gesellschaftlichen Entwicklung ist skeptisch. Dies bedeutet, dass sie Institutionen und Unternehmen mit einer großen Distanz begegnen Damit einher geht eine zunehmende Politisierung. Ihr Handeln ist situativ geprägt und statt großen Visionen verfolgen sie ihr eigenes Konzept von einer Optimierung des Glücks. Die Verweigerung gegenüber einer definitiven Festlegung spricht auch aus den offenen und variationsreichen Lebensentwürfen.

Erwartungen der Generation Z an die Arbeitswelt

Ähnlich wie ihre Vorgänger vermeiden die Mitglieder der Generation Z feste Rahmenbedingungen. Ihr fluides Verständnis überträgt sich auch auf die Arbeitswelt. Ihr Selbstverständnis ist durch die Suggestion eines langwährenden Fachkräftemangels und der daraus resultierenden Vorstellung einer unbegrenzten Wahlmöglichkeit geprägt. Die berufliche Karriere spielt in der Lebensplanung nur eine untergeordnete Rolle. Dabei betonen sie eine Work-Life-Balance, in der Überstunden und Konkurrenz kaum Platz haben. Statt der großen Visionäre wie Mark Zuckerberg oder Elon Musk, bevorzugen sie Bodenhaftung auch bei ihren Vorgesetzten.

Ihre grundsätzlichen Bedenken gegenüber Institutionen zeigt sich auch in ihrer distanzierten Haltung zu Hierarchien. Die Attraktivität von Führungspositionen tritt hinter das Selbstverständnis als Teamplayer zurück. Die Loyalität gilt dem konkreten Projekt und einem fixierten Projektziel und nicht dem Management oder dem Unternehmen. Flache Hierarchien und Teamverantwortung werden in ihrer Bedeutung weiter zunehmen und klassisches Abteilungsdenken ablösen.

Statt Mitarbeiterbindung, muss der Schwerpunkt der Human Resources in Zukunft auf der Ausbildung von Netzwerken liegen. Die Entwicklung entfernt sich von der Vorstellung fester Teams hin zu sich immer wieder neu definierenden Clustern in fluktuierenden Zusammensetzungen.

Das Employer Branding von Unternehmen, die höher qualifizierte Bewerberinnen benötigen, muss inhaltlich diese Bedürfnisse nach Flexibilität und Abwechslung Rechnung tragen. Sabbaticals werden wichtiger Teil der Attraktivitätsfaktoren. Im Personalmarketing und Recruiting nehmen Arbeitgeberbewertungen wie zum Beispiel bei Kununu oder Glassdoor eine größere Rolle ein.

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